Archiv       1988 - 2008

Gedenkstätte -  Liegenschaft - Nazi-Euthanasie

  

Gedenkstätte, 2007Im Archiv finden Sie Informationen zur Liegenschaft Hostert, zur Gedenkstätte und zum Themenkreis "Euthanasie und Behinderung" aus den Jahren 1988 bis 2008.  

           


19. November 2008, Berufskolleg Geilenkirchen

Berufskolleg Geilenkirchen
Am Mittwoch, dem 19.11.2008, besuchte die Klasse 12 (Bau) des 50 km entfernten Berufskollegs Geilenkirchen die Gedenkstätte, gedachte der unschuldigen Opfer der Nazi-Euthanasie  und suchte dann die Räume der ehemaligen Kinderfachabteilung Waldniel sowie die entwidmete Anstaltskapelle auf.

8. November 2008

Gedenkstein, Novemver 2008
"Den unschuldigen Opfern", November 2008

Gedenkstätte Hostert, November 2008
Gedenkstätte Hostert, November 2008


31. Oktober 2008, Pflegearbeiten

Schüler der 10. Klasse der Hauptschule Schwalmtal fegten das Laub, mulchten, erneuerten die Bepflanzung um den Gedenkstein, reinigten die Ruhebank, sammelten die dicken Äste vom Rasen und nahmen den Plastikmüll aus dem Korb am Eingang mit.


26. Oktober 2008, 20 Jahre Gedenkstätte/Patenschaft

Plakatwand 20 Jahre Gedenkstätte
1988 wurde  der ehemalige Anstaltsfriedhof als Gedenkstätte für die Opfer der Nazi-Euthanasie der Öffentlichkeit übergeben. Ein Jahr zuvor hatte der Rat der Gemeinde Schwalmtal der Hauptschule Schwalmtal die Patenschaft übertragen. Anlässlich des Schulfestes  "40 Jahre Hauptschule" dokumentierte eine Bilderwand die Erinnerungsarbeit der vergangenen Jahre.
Bürgermeister und ehemaliger Schulleiter
Vor der Bilderwand im Gespräch der Erste Stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Schwalmtal Kurt van der Flierdt mit dem damaligen Schulleiter Hubert van Horrick.
Broschüren zur Geschichte im Verkauf
Gegenüber der Bilderwand wurden zwei Hefte zum Verkauf angeboten, die über die Anstalt, die Gedenkstätte und die Patenschaft informieren: "Heimatbote Schwalmtal 2008" und "Nebenan - eine andere Welt" (s.a. Links/Literatur).


10. August 2008, Pax Christi Aachen Pax Christi Aachen 2008

Anlässlich des 60jährigen Bestehens der katholischen Friedensbewegung Pax Christi Deutschland führte Pax Christi Aachen eine Friedensroute mit dem Rad durch das Bistum bis zum Gründungsort Kevelaer durch. Auf dem Weg dorthin machten sie am Sonntagvormittag Halt auf der Gedenkstätte in Hostert, ließen sich über die Geschichte informieren und gedachten der  Opfer der Nazi-Euthanasie. Der Weg führte sie anschließend zum Gedenkstein für die niederländischen Zwangsarbeiter aus Roermond in Dülken.

14. Juni 2008, Heimat einst und jetzt

Heimatbote 2008
Aus der RP/Grenzland-Kurier Viersen vom 14. Juni 2008

25. Mai 2008, Prof. Lutz Kaelber

Am Sonntag, dem 25. Mai 2008, besuchte Prof. Lutz Kaelber, der an der Universität Vermont/USA Soziologie lehrt, die Gedenkstätte Waldniel-Hostert. Er beschäftigt sich z.Z. mit der vergleichenden Erforschung der Erinnerungsarbeit an den ehemaligen Euthanasie-Stätten im Nazi-Herrschaftsgebiet. 
Informiert wurde der Gast über die Bemühungen in Schwalmtal von dem 1. Stellvertretenden Bürgermeister Kurt van der Flierdt, vom Vertreter der Pfarre St. Mariae Himmelfahrt Pastoralreferent Franz Kursawa, dem Schulleiter der Hauptschule Arthur Siemes, dem ehemaligen Schulleiter und Ratsherrn Hubert van Horrick, dem ehemaligen Vorsitzenden der Lebenshilfe für geistig Behinderte im Kreis Viersen Horst Bessel und Lehrer i.R. Peter Zöhren. Im Gespräch erklärten alle Beteiligten aus Gemeinde, Kirche und Schule ausdrücklich, dass ihre Institutionen auch weiterhin die Pflege und Unterhaltung der Gedenkstätte als dauerhafte Verpflichtung betrachten werden. Nach dem Austausch im Raum der Gemeinde unter der Kirche St. Mariae Himmelfahrt schloss sich ein Gang über die Gedenkstätte an, wo Prof. Kaelber eine Staude pflanzte. Horst Bessel betete: "Herr, hilf uns zu verhindern, dass sich dies Geschehen wiederholt. Das recht auf Leben und die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft müssen behinderten Menschen sicher bleiben. Herr, sie brauchen deinen Schutz! ...."  Nach diesem fürbittendes Gebet wurden die ehemalige Anstaltskirche und die Räume der KFA Waldniel aufgesucht.
Prof. Lutz Kaelber in Hostert
Bericht der RR/Grenzland-Kurier Viersen vom 31. Mai 2008

22. Mai 2008, Fronleichnam

Am Donnerstag, dem 22. Mai, feierte wie alljährlich die Pfarre St. Mariae Himmelfahrt mit Ehrendomherrn Dr. Besgen die Messe zum Fronleichnamsfest auf der Gedenkstätte. Dieses Jahr hatten Gläubige aus der Sektion Hehler die Vorbereitungen getroffen.
St. Mariae Himmelfahrt Waldnieler Heide
St. Mariae Himmelfahrt Waldnieler Heide
Ein Lektor trug die Fürbitten vor:
Wir stehen auf den Gräbern der geistig kranken und geistig behinderten
Patienten, die durch die menschenverachtende  Nazi-Ideologie zu Tode
gekommen sind.
Auch heute ist Leben, ungeborenes, altes, behindertes unproduktives, in Gefahr.
Wir bitten dich:
- Gib uns deinen guten Geist, der uns hilft, das Böse vom Guten zu
unterscheiden.
- Gib uns den Mut, dass wir uns tatkräftig für das Leben einsetzen,
damit wir so Zeugen deiner Menschenfreundlichkeit werden.
Gedenkstein Waldniel-Hostert
Nach einer Gedenkminute setzte ein Messdiener als sichtbares Zeichen diesen Strauß vor dem Stein in die Erde.
St. Mariae Himmelfahrt Waldnieler Heide
St. Mariae Himmelfahrt Waldnieler Heide

6. Mai 2008, Pflegearbeiten

Sieben Jugendliche aus der 8c der Hauptschule Schwalmtal sorgten für einen neuen Anstrich der Ruhebank. 
Hauptschule Schwalmtal, Mai 2008
Zuerst musste der alte Lack herunter.
Hauptschule Schwalmtal, 2008
Jetzt kommt gleich der Anstrich.

Zur selben Zeit wurde durch den Bauhof der Gemeinde Schwalmtal der Rasen geschnitten. Durchschnittlich  benötigt die Gedenkstätte im Jahr eine Arbeitstunde pro Woche.
Bauhof der Gemeinde Schwalmtal
Heute waren drei Arbeiter am Werk.

1. April 2008, Kein Aprilscherz

RP v. 1. April 2008
Die Hotelplanung ist kein Aprilscherz, aber vielleicht doch nur heiße Luft? Markus Tichter von der Düsseldorfer "Planungsgruppe B" stellte, laut Grenzland-Kurier vom 3. April, dem Ausschuss das Konzept für einen "Wellness-Tempel" vor, mit Restaurant in der entweihten Kirche und Hotel mit Gästehaus in den übrigen Gebäuden. Dahinter solle ein See entstehen, über den eine Brücke zu einem Spa-Zentrum führe. Jedoch räumte Tichter auf Befragen ein, dass es für diese Planung noch keinen Betreiber gäbe, sondern der Entwurf der Suche nach einem Investor diene.
Am 15. April 2008 beschloss der Gemeinderat, der Bebauungsplan werde entsprechend den oben skizzierten Wünschen geändert, w e n n ein Erfolg versprechendes Konzept vorliegen würde.

November 2008, Denkmalbörse Leipzig?

Auf dem Portal der Leipziger Messe http://www.denkmal-boerse.de finden Sie, unter ?Kloster Schwalmtal? oder ?Kent Schule? ein aktuelles Verkaufsangebot des Nettetaler Geschäftsmanns Elmar Janssen. Seine Preisvorstellung: 2,9 Mill. ?. Link zum Angebot.

24. Februar 2008, Sterbehilfe in Belgien

Sterbehilfe in Belgien, 2008
Kirchenzeitung, Aachen, Artikel lesen?

29. Januar 2008, Wann ist der Mensch ein Mensch?

RP v. 29.1.2008
Rheinische Post, Grenzlandkurier Viersen, Artikel lesen?

28. Januar 2008, Gedenkstunde 

Am Montag, dem 28. Januar 2008, 10 Uhr, fand auf der Gedenkstätte in Waldniel-Hostert die alljährliche Feier statt, bei welcher der Opfer der Nazi-Herrschaft gedacht wurde.

Schulleiter Siemes, 28.1.2008
Schulleiter A. Siemes, Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 2008

Anwesend waren Bürgermeister Schulz, Vertreter des Rates, Pfr. Thummes von der ev. und Pastoralreferent Kursawa von der kath. Kirchengemeinde, eine Reihe Bürger sowie zahlreiche Jugendliche aus den weiterführenden Schulen. Die Veranstaltung wurde wieder gestaltet von Schülern der Hauptschule Schwalmtal, die sich diesmal mit der Frage ?Wann ist der Mensch ein Mensch?? auseinandergesetzt hatten.

Gedenkstätte, 28.1.2008
Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 28. Januar 2008

Im Kunstunterricht hatten sie Figuren aus gelbem Karton gestaltet, die jeweils ein in der Kinderfachabteilung Hostert ermordetes Kind repräsentierten, z.B. ?Wilhelmine, 14 Jahre?. 28 Namen wurden vorgetragen, stellvertretend für die 97 Kinder, die in Hostert gestorben waren. Nach der Feier meinte ein Junge: ?Das hat mich traurig gemacht. Das war schon krass, was da gelaufen ist?. Ein Mädchen, 14 J., äußerte: ?Ich war traurig. Ich habe überlegt, dass zwei Kinder genauso alt waren wie ich.?

28. Januar 2008 
Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 28. Januar 2008

Bilder und Infos über die Feier zum 27. Januar 2007 und den Bericht über den 27. Januar 2006 finden Sie im Archiv.


12. Januar 2008, Funkstille in Hostert

RP vom 12.01.2008
Rheinische Post, Grenzland-Kurier, Viersen. Laut IHK Mittlerer Niederrhein ist im Handelsregister Krefeld unter HRA 5549 die Kloster Schwalmtal GmbH & Co KG, Bahndamm 3, 41334 Nettetal, eingetragen, die sich mit der Verwaltung der Grundstücke und Gebäude in Hostert beschäftigt. Informationen zur Versteigerung.

12. Oktober 2007, Pflegearbeiten

Wie jeden Herbst sammelten Jugendliche aus den 10. Klassen der Hauptschule Schwalmtal auf der Gedenkstätte Müll, kehrten Laub, säuberten die von den Briten 1999 gestiftete Ruhebank und erneuerten die Bepflanzung um den Gedenkstein.

Hauptschule Schwalmtal, 2007
Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 2007

16. August - 2. Oktober 2007, Hostert zu kaufen!

Seit einigen Tagen hängt am Gerüst vor dem denkmalgeschützen Antonius-Haus der Franziskaner das Banner: ?ZU VERKAUFEN?. Der Bebauungsplan schreibt bislang die Nutzung durch einen Hotelbetrieb vor, wobei die beiden Gebäude an der Straße dem Denkmalschutz unterliegen. Offensichtlich will aber niemand zu den gegebenen Bedingungen investieren. Wartet man jetzt auf den Verfall, der den Denkmalschutz obsolet machen wird?

Zu verkaufen, 2007
Waldniel-Hostert, Antonius-Haus, 2007

In den Regionalnachrichten im Radio meldet am 28. August der WDR 2: ?Kent-School im Internet zu ersteigern. Die ehemalige Kent-School in Schwalmtal im Kreis Viersen wird im Internet versteigert. Bei einem Auktionshaus wird das frühere Areal der Britischen Rheinarmee für rund drei Millionen Euro angeboten. Erst im vergangenen November war die 180.000 Quadratmeter große Fläche samt der historischen Jugendstilgebäude an einen Nettetaler Investor verkauft worden.? Einige Aussagen der Kurzmeldung sind falsch. Richtig ist: Die Immobilie wird nicht versteigert, sondern zum Kauf angeboten (s.u.). Es sind nicht 180.000, sondern nur ca. 108.000 m2. Der Investor hat das Objekt nicht gekauft, sondern bei einer Zwangsversteigerung erworben.
Auch bei www.immobilienscout24.de/42253778 hat Elmar Michael Janssen eine Anzeige für das Areal geschaltet, diesmal ohne Preisangabe. Eine Reihe Fotos illustrieren den Zustand der Anlage. Anfang vergangenen Jahres wurden sie für das Gutachten über den Verkehrswert anlässlich der Zwangsversteigerung erstellt.
Elmar Michael Janssen hat seit Mitte Juli bei Ebay ein Anzeige geschaltet. Darin bietet er Hostert zum Kauf an und fordert einen Quadratmeterpreis von 26,95 ?. Mit einem Tausch gegen eine Yacht oder einen Oldtimer wäre er auch zufrieden. Erst am 20. November 2006 hatte Janssen das Gelände ersteigert. Und was wird jetzt aus Hostert? Weitere Infos und Meinungen aus Schwalmtal zu diesem Angebot unter dem obigen Datum bei:  www.grenzland-nachrichten.de
2007 Grenzland-Nachrichten

6. Juli 2007, Spätabtreibung

Heute wird Tim, ein Kind mit Down-Syndom, in Quakenbrück zehn Jahre alt. Er überlebte seinerzeit die eigene Abtreibung, obwohl er stundenlang unversorgt blieb. Seine Mutter hatte sich damals nicht in der Lage gesehen, den Jungen groß zu ziehen, nachdem sie die Diagnose durch eine vorgeburtliche Untersuchung erfahren hatte. Er kam in eine Pflegefamilie, die seitdem für das schwer behinderte Kind sorgt. (RP vom 5. Juli 2007)

CDU-Ethikexperte Hüppe zur Spätabtreibung
Tim wird jetzt zehn Jahre alt. Eigentlich sollte sein Geburtstag sein Todestag sein.
Hüppe: Es ist gut, dass Tim lebt und eine gute Familie hat. Auf der anderen Seite steht er natürlich dafür, dass viele Kinder es nicht geschafft haben. Tim war sozusagen Anlass, die Abtreibungsmethode in solchen Fällen zu ändern. Jetzt werden die Kinder mit einer Spritze ins Herz schon im Mutterleib getötet, damit man sicher ist, dass sie tot sind.
Aber ist das ? Oldenburger Baby? nicht ein Einzelfall? 
Hüppe: Laut Ärzteschaft nicht. Das Thema ist ein großes Tabu, weil es furchtbar ist. Wir müssen davon ausgehen, dass viel mehr behinderte Kinder bei Spätabtreibungen getötet werden, als die offizielle Statistik ausweist. Was müsste der Gesetzgeber bei Spätabtreibungen ändern?
Hüppe: Da müssen Sie mich nicht fragen! Ich will ein Verbot, habe schon zig Initiativen ergriffen, mehrere Anfragen im Parlament gestartet, Anträge meiner Fraktion mitformuliert. Aber nicht einmal eine Beratungspflicht hatte ein Chance. Dabei stehen Frauen natürlich unter Diagnose-Schock, wenn sie in einem späten Stadium der Schwangerschaft von einer möglichen Krankheit oder Behinderung ihres Kindes erfahren. Es ist doch grotesk, dass in Deutschland mit allen Möglichkeiten der modernen Medizin ein im sechsten Monat geborenes Kind am Leben gehalten wird. Und im Nachbarzimmer wird ein Kind, das weiter entwickelt ist, abgetrieben. Nur der Aufenthaltsort entscheidet: Sobald ein Kind nicht mehr im Mutterleib ist, wird es vom gesamten Polizeiapparat geschützt.
Kann man das Leben Ungeborener gegen den Willen der Eltern schützen?
Hüppe: Ich glaube schon. Es hat sich inzwischen ein Automatismus eingespielt. Nach der Diagnose einer möglichen Behinderung des Ungeborenen wird der Frau häufig gleich ein Abtreibungstermin genannt, sagen mir Fachleute. Wenn in dieser Ausnahmesituation der Weg gleich gewiesen wird, hinterfragt man nicht mehr.
Sie selbst haben ein behindertes Kind. Was sind Ihre Erfahrungen?
Hüppe: Ich habe drei angenommene Kinder, eins ist behindert. Ich wollte meinen Sohn nicht missen. Er hat Spina bifida (offener Rücken). Das ist häufig Grund für eine Abtreibung. Natürlich gibt es Schwierigkeiten. Aber wer Menschen mit Spina bifida kennt, weiß, dass sie nicht unglücklich sind.
Margarete van Ackeren führte das Interview. Rheinische Post vom 5. Juli 2007.
(Siehe auch Meldung vom 21.03.2006 zum gleichen Thema)

7. Juni 2007, Fronleichnam

Wie in den vergangenen Jahren zogen die Gläubigen der Pfarre St. Mariae Himmelfahrt betend und singend von der Kirche an der Waldnieler Heide zur Gedenkstätte und feierten dort die Eucharistie mit Ehrendomherr Dr. Achim Besgen.

22. und 28. Mai 2007, Exploris 2007

Im Rahmen des Pfadfinderlagers Exploris 2007 in Schwalmtal informierten sich über 50 Personen über die sogenannte Kinderfachabteilung und die Nazi-Verbrechen an behinderten Kindern in Hostert.

Pfadfinder, 2007
Schwalmtal-Eschenrath, auf dem Weg zur Gedenkstätte, 2007

Nach einer Einführung zu den Geschehnissen im Pfarrheim an der Waldnieler Heide gedachten die Teilnehmer in einer Schweigeminute auf der Gedenkstätte der Opfer der Nazi-Euthanasie

Pfadfinder, 2007
Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 2007

und besuchten dann Block I, das ehemalige Schutzengelhaus der Franziskaner, in der 1942/43 der Arzt Hermann Wesse und zwei Krankenschwestern die Kinder ermordeten. Zum Schluss besichtigte man die ehemalige Anstaltskirche, die mittlerweile deutliche Spuren des Verfalls zeigt.

Kinderfachabteilung, 2007
In der ehemaligen Kinderfachabteilung Waldniel, 2007

10. Mai 2007, Lokale Agenda

Eine Radtour zu historisch bedeutsamen Orten in Schwalmtal führte den Arbeitskreis ?Lokale Agenda in Schwalmtal? mit Dr. Deppe auch zur Gedenkstätte. Als Zeichen des Gedenkens legten die Besucher weiße Rosen auf den Stein mit der Inschrift ?Den unschuldigen Opfern?.

4. Mai 2007, Pflegearbeiten der Hauptschüler

SchülerInnen aus einer neunten und einer zehnten Klasse der mit der Patenschaft betrauten Hauptschule beseitigten Plastikmüll, sammelten Äste, wuschen die Bank ab und erneuerten die Bepflanzung um den Gedenkstein.


16. März 2007, Tor repariert durch Fa. Sanders

Am Freitag, dem 16. März, war das Tor frisch gestrichen wieder am angestammten Platz. Ralf Mocken, Geschäftsführer der Firma Sanders Tiefbau, hatte es aufwendig herrichten lassen. Neue Rahmen aus Vierkant-Stahl waren nötig geworden, weil die alten nach 45 Jahren durchgerostet waren. Die Kosten für diese Maßnahme trug das Schwalmtaler Unternehmen.

Tor von 1962, repariert durch Fa. Sanders, 2007
Schmiedeeisernes Tor von 1962, Zugang zur Gedenkstätte Hostert, 2007


27. Februar 2007, Leasing-Betrug? 

Die Westdeutsche Zeitung, Krefeld,  meldet: Kent-School. Drei Baumaschinen der Marke Caterpillar benötigte Traberzüchter Frank H. (Name geändert) ? angeblich für das Gelände der Kent-School in Waldniel, das er zum ?Pferde-Hotel? umbauen wollte. Eine Gladbacher Baufirma habe den Auftrag übernommen. Das Unternehmen bezog die Maschinen bei einem Händler in Dorsten.
Leasingvertrag: Der 56-Jährige schloss mit der Krefelder Firma GFL von Theo Fabry einen Leasingvertrag: Die GFL bezahlte den Maschinen-Lieferanten, die drei Caterpillar gingen an die Immobilien GmbH von H. Die zahlte die Raten an die GFL. Wenig später verkaufte das Ehepaar seine GmbH an einen Italiener ? die Leasing-Raten blieben aus, der Italiener war nicht aufzufinden.
Verschwunden waren auch die drei Baumaschinen: In Waldniel war dort nie damit gearbeitet worden. Nach Ermittlungen von Alfred Schwanebeck war eine der drei Baumaschinen, die der GFL gehören, an einen (ahnungslosen) Fachhändler verkauft worden. Zwei weitere Maschinen sind verschwunden.
Übrigens: Die Kent-School ist mittlerweile zwangsversteigert worden.
Westdeutsche Zeizung, Krefeld.

2. Februar 2007, Ort missbraucht

Fast 20 Jahre Arbeit in der Hauptschule Schwalmtal:
Leserbrief, 2007
Leserbrief in der Rheinischen Post, Grenzland-Kurier, Viersen

29. Januar 2007, Gedenkstunde

Am Montag, dem 29. Januar, fanden wieder viele Jugendliche aus Haupt- und Realschule, dem Gymnasium, und der Schule an der Schwalm sowie zahlreiche Bürger, unter ihnen Bürgermeister Schulz, mehrere Ratherren, Vertreter des Heilpädagogischen Heims, der Lebenshilfe, der Hospiz-Bewegung und der Pfarrgemeinde St. Mariae Himmelfahrt den Weg zur Gedenkstätte.
Gedenkfeier 2007, Gäste
Nach der Begrüßung durch den Schulleiter der gastgebenden Hauptschule, Herrn Schiffhorst,
Rektor Schiffhorst, Hauptschule Schwalmtal, 2007
Schulleiter Werner Schiffhorst, Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 29. Januar 2007

erinnerten Schülerinnen der Klasse 10e in einer Leseszene an das Schicksal der in der Nazi-Zeit umgekommenen, ermordeten geistig Kranken und Behinderten: ein Rentner, geistig behinderter Anstaltsschneider, wird nach Uchtspringe ?verlegt?, angeblich um Uniformen zu schneidern.

Schülerinnen der Hauptschule Schwalmtal, 2007

Drei Tage später erfährt die abgebende Einrichtung, der Patient sei plötzlich an einer Lungenentzündung verstorben.   Konrektor Siemes mahnte die Zuhörer eindringlich, dass sich nie mehr die Frage stellen dürfe, ob ein Mensch lebenswert oder lebensunwert sei.  Als Zeichen der Erinnerung wurde ein Trockengesteck vor dem Gedenkstein niedergelegt.

Schülerinnen der Hauptschule Schwalmtal, 2007
Hauptschule Schwalmtal, Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 29. Januar 2007

27. Januar 2007, Leben ist niemals unwert

Rheinische Post v. 27.01.07
Rheinische Post, Grenzland-Kurier Viersen. Lesen?

26. Januar 2007, Arbeit auf der Gedenkstätte

Am Freitag, dem 26. Januar, mühten sich Schüler aus einer neunten Hauptschulklasse ab, für die Feierstunde Laub, Äste und Hundehaufen zu entfernen.
Hauptschule Schwalmtal, Pflegearbeiten, 2007
Gut, dass es ordentlich gefroren hatte!!!
Gedenkstätte Hostert, 2007
An demselben Vormittag wurde von der Schwalmtaler Firma Sanders das schmiedeeiserne Tor aus dem Jahre 1962 zur Reparatur abgeholt. Es soll jetzt einen neuen Rahmen erhalten. Unten rechts ist der Rahmen durchgerostet
.
Torflügel von 1962 
Tor zur Gedenkstätte, 2004

9. Januar 2007, Bauarbeiten?

Ein Gerüst - erstes Anzeichen für die Realisierung großer Ideen des neuen Eigentümers? Der gelbe Anstrich der Frontseite des denkmalgeschützten Gebäudes stammt noch vom Vorbesitzer. Der Geschäftsmann Elmar Janssen ersteigerte das Objekt am 20. November 2006.

St. Antoniushaus Hostert, 2007
Waldniel-Hostert, Antoniushaus, 2007

20. November 2006, Hostert versteigert

Am Montag, dem 20.11., ersteigerte der Geschäftsmann Elmar Michael Janssen aus Nettetal das Gelände der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Waldniel-Hostert/Kent-School im Amtsgericht Viersen vor ungewöhnlich großem Publikum.

Dachgeschoss Schutzengelhaus, 2006
Ehemalige Kinderfachabteilung Waldniel, 2006

 Zu seinen Plänen befragt, erklärte er draußen im Gang, er werde sich mit der Gemeinde Schwalmtal abstimmen. Eine Auskunft über die Zukunft der ehemaligen Anstalt mit der wechselhaften Geschichte gab er nicht. Es gäbe Investoren mit verschiedenen Ideen. Als erste Maßnahme wolle er die Bauten winterfest machen.

Anstaltskirche, 2006
Blick aus der ehemaligen Kinderfachabteilung Waldniel, 2006

Manche der Zuschauer munkelten von der Einrichtung eines Spielcasinos, andere animierte die Anwesenheit eines katholischen Paters zu Spekulationen über die Nutzung der Gebäude durch einen Orden. Jedenfalls erhielt der neue Eigentümer Janssen um 12:20 Uhr den Zuschlag mit allen Rechten und Pflichten. Er ist z.B. seit diesem Zeitpunkt auch verkehrssicherungspflichtig. Der Zustand der Gebäude wird erhebliche Investionen nötig machen.

Gebäudeteil von 1956, 2006
Ehemaliges British Military Hospital Hostert, 2006

27. Oktober 2006, Patenschaft der Hauptschule

Schülerinnen der Klasse 10e der Hauptschule Schwalmtal arbeiteten zwei Stunden auf der Gedenkstätte.
Schülerinnen der Hauptschule Schwalmtal
Sie fegten Laub und erneuerten die Bepflanzung am Gedenkstein.
Hauptschule Schwalmtal, 2006
Nach den Pflegearbeiten meinten die Jugendlichen:
Ich habe die Inschrift auf dem Gedenkstein gelesen und fand es bemerkenswert, dass sich noch darum gekümmert wird. Es bewegte mich, dass dieser Platz so voller Natur ist und Ruhe ausstrahlt. (Diana) 
Für mich war es interessant, in der Erde diese Flasche zu finden und zu erfahren, woher sie stammt und warum sie dort liegt. Es ist schön zu wissen, dass ich an einer Erinnerung mitgearbeitet habe. (Nicole)
Ich fand es schon krass, dass eine Frau eine ?Flaschenpost? eingegraben hat und zu erfahren, was sie sich dabei gedacht hat. (Sie erinnert damit an ihren 1940 hier in Hostert verstorbenen geisteskranken Opa. Red.)
Für mich war es die ganze Zeit ein beklemmendes Gefühl, dass unter mir so viele Tote liegen. Schade nur, dass es so wenig Blühendes dort gibt. (Judith)
Warum musste das alles passieren? (Carolin)
Gedenkstein, 2006

18. Oktober 2006, Ausstellung in Dresden

 Die Rheinische Post, Düsseldorf, berichtet unter der Überschrift: ?Der Rassenwahn der Nazis? über eine Ausstellung in Dresden (bis 24.06.2006): ?Im Namen der Medizin haben die Nationalsozialisten behinderte Menschen gequält und systematisch ermordet. Das Deutsche Hygienemuseum in Dresden zeigt eine Ausstellung zum Thema und gibt den Opfern ein Gesicht: Ein abgedunkelter, gefliester Raum. Vor grauen Kacheln hängen, von kleinen Lichtern erhellt, Bilder von Kindern. Es sind Opfer: Die Jungen und Mädchen wurden von den Nationalsozialisten ermordet, weil sie unheilbar krank waren oder als ?lebensunwert? eingestuft wurden. Um die Ecke steht, in einer eigenen Nische, ein altes, verschrammtes Metallbettchen, wie es in der Zeit des Dritten Reiches in einer Anstalt hätte stehen können. Die Ausstellung zeigt, dass Überlegungen zur ?Volksgesundheit? nicht nur in Deutschland angestellt wurden, sie verdeutlicht aber auch, wie gerade der Weg in Deutschland von der Eugenik über die Euthanasie bis zum Holocaust führte. So wurden zwischen 1939 und 1945 mehr als 5000 Kinder in so genannten ?Kinderfachabteilungen? von Ärzten oder Pflegern ermordet, in Dresden sind Bilder von Tätern und Opfern zu sehen. Seit 1939 entstanden so genannte ?Euthanasie-Zentren?, in denen unheilbar kranke Menschen getötet wurden. Ein alter Rollstuhl und ein Arbeitshandschuh aus einem Krematorium sind hier als Symbole ausgestellt?.

5. Oktober 2006, Mord verjährt nicht.

Die Rheinische Post, Düsseldorf, berichtet ausführlich auf Seite A3 über die staatsanwaltlichen Untersuchungen in Menden-Barge unter: ?Graben nach Nazi-Opfern: Grausige Funde auf Friedhof im Sauerland. Ermittler gehen einem schrecklichen Verdacht nach. Auf dem Friedhof könnten Euthanasie-Opfer aus dem Nationalsozialismus verscharrt liegen.? 24 Kinderleichen wurden bereits geborgen. - Die RP meldet Wochen später: ?Der Mordverdacht ließ sich nicht bestätigen?.

10. Juni 2006, Franziskaner zu Besuch

Franziskaner in Hostert, RP v. 10.6.08
Rheinische Post, grenzland-Kurier Viersen. Lesen?

8. Juni 2006, Franziskaner in Hostert

1937 verließen die letzten Franziskaner das St. Josefheim Waldniel-Hostert. Die Nationalsozialisten hatten sie vertrieben.

Franziskaner in Hostert zu Besuch, 2006
Br. Josef und Br. Cassius auf der Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 2006

Fast 70 Jahre später statteten Br. Cassius, Archivar, und Br. Josef, stellvertr. Prior im Mutterhaus Hausen/Wied, der ehemaligen Wirkungsstätte ihrer Vorgänger einen Besuch ab.  Sie kamen auf Einladung von Hubert van Horrick und vier weiteren heimatgeschichtlich interessierten Schwalmtaler Bürgern, die sich bemühen, das Andenken an die verdienstvolle Arbeit dieses franziskanischen Brüderordens wach zu halten (Walter Felten, Josef Jorda, Gerd Mülders, Peter Zöhren).  Br. Josef und Br. Cassius (v.l.) brachten einen Oleander mit. Begrüßt wurden die Gäste im Raum der Gemeinde der Pfarre St. Mariae Himmelfahrt im Namen der Pfarre durch Pastoralreferent F. Kursawa und anschließend durch Hubert van Horrick. Horst Bessel, Viersen, informierte die Anwesenden, unter ihnen auch Bürgermeister Schulz, Pfarrer Dr. W. Kursawa und Konrektor Arthur Siemes von der Hauptschule Schwalmtal, über den heutigen Stand der Bemühungen um die geistig Behinderten und insbesondere über die Arbeit der Lebenshilfe im Kreis.

Besuchergruppe auf der Gedenkstätte, 2006
Konrektor A. Siemes  informiert die Besucher auf der Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 2006

Anschließend konnten sich die Gäste in der Pfarrkirche davon überzeugen, dass das Erbe aus der franziskanischen Kapelle, Kreuzweg, Bildstock der Immerwährenden Hilfe, Beichtstuhl, Heiligenfiguren, Altarbilder, in dem modernen Kirchenraum einen angemessenen Platz gefunden hat. Der Weg führte die Gruppe in den Kirchgarten zum Hochkreuz von 1962 und dann zum ehemaligen Anstaltsfriedhof. Auf der Gedenkstätte Konrektor Siemes informierte hier die Anwesenden über die Arbeit mit den Jugendlichen auf der Gedenkstätte, die an die Ermordung von mindestens dreißig schwerst behinderten Kinder in Waldniel-Hostert und die Deportation vieler Hundert geistig kranker und behinderter Menschen erinnert.
Schutzengelhaus, Kinderfachabteilung, 2006
Beim anschließenden Gang zur Kirche passierten die Gäste das ?Schutzengelhaus?, zuerst Schule und Internat der Franziskaner, dann  ?Kinderfachabteilung? der Provinzial, wo der Arzt Hermann Wesse und zwei Krankenschwestern die Kinder töteten.

Besuchergruppe in der Kirche, 2006 
Urspr. Kapelle des St. Josefsheims Waldniel, 2006

In der Kirche bewunderten alle Anwesenden den eindrucksvollen Raum mit den riesigen Wandgemälden, waren aber bestürzt über die Schäden durch Feuchtigkeit und Vandalismus.
St. Ludgerus, 2004
Allen stellte sich die Frage nach der Zukunft der beiden unter Denkmalschutz gestellten Gebäude. Eine zufriedenstellende Lösung ist noch immer nicht in Sicht.

6. April 2006, Unrat auf der Gedenkstätte

Auf dem Gelände wurde wieder einmal Müll aufgesammelt und abtransportiert. Hier die Überreste eines Schutzhelms in der Hecke:
Müll auf der Gedenkstätte Hostert, 2006
An der Lehne der Ruhebank auf der Gedenkstätte wurde zugleich das Schild, das mutwillig entfernt worden war, angeschraubt. Es erinnert an die britische Einheit, die 1999 die Bank spendete.
Ruhebank, 2006
 

21. März 2006, Spätabtreibung bei Down-Syndrom

Der katholische Schwangerenberatungsverein ?Donum Vitae? hat beklagt, dass die Zahl der Spätabtreibungen von behinderten Kindern wächst. Von zehn Kindern, bei denen vor der Geburt das ?Down-Syndrom? festgestellt wird, werde nur noch eines geboren, so Rita Waschbüsch, Vorsitzende des Vereins. (Rheinische Post v. 21.3.06)

20. März 2006, Euthanasie in Holland

Der niederländische Ministerpräsident Balkenende hat dagegen protestiert, dass der römische Minister Giovanardi die holländischen Normen zur Euthanasie mit der Euthanasie-Gesetzgebung der Nazis gleichgestellt hat. Der italienische Botschafter in Den Haag erwiderte, die Auffassung des Ministers werde von angesehenen Vertretern der Ärzteschaft und der Kirche in den Niederlanden geteilt. Giovanardi: ?Die römische Regierung lehnt ein Gesetz ab, dass die Eliminierung missgestalteter Babys erlaubt. Es sind die Holländer, die eine derartige Praxis erklären müssen.? (Rheinische Post v. 20.3.06) 

1. März 2006, Euthanasie - gestern und heute?

Vor etwa 120 Zuhörern informierte in Süchteln der Historiker Edmund Schmitz über die sogenannte Euthanasie unter Hitler, die von 1939 an zur Ermordung von über 200.000 Geisteskranken und geistig Behinderten führte. Einbezogen in dieses System war auch die Psychiatrie in Süchteln. Die Morde wurden im Geheimen in ausgewählten Anstalten wie z.B. in Hadamar/Ww., Hartheim/Linz, Tiegenhof/Gnesen im besetzten Polen sowie in sogenannten Kinderfachabteilungen durchgeführt und gegenüber den Tätern als ?Krieg nach innen? propagiert.
Plakat, 2006
Nach diesem geschichtlichen Überblick sprach Prof. Dr. Jean-Pierre Wils von der Universität Nijmegen über Euthanasie heute. Der Wissenschaftler grenzte zunächst seine Gedanken scharf von der mörderischen ?Euthanasie? unter den Nazis ab.  Euthanasie heute, insbesondere die Selbsttötung, sei in den letzten 15 Jahren in die öffentliche Diskussion gekommen, weil durch die erfolgreiche Medikalisierung das Leben und zugleich auch die Phase des Sterbens verlängert worden seien. Die damit verbundene erhebliche Hinfälligkeit und Abhängigkeit seien nur schwer vom Menschen zu akzeptieren.  Auch habe die Patientenautonomie an Gewicht gewonnen. Der Kranke wie der Sterbende sehe sich als Partner des Mediziners, er möchte nicht paternalisiert werden. Der heute in Europa festzustellende moralische Pluralismus verhindere eine letzt sinngebende Instanz für alle. Der Blick in die christliche Geschichte zeige eine deutliche Ablehnung des Suizids in der frühen Kirche. Bei Bonaventura und Thomas Morus finde sich eine vorsichtige Akzeptanz. Bis ins 16. Jahrhundert sei eine Behandlungsablehnung der Selbsttötung gleichgestellt worden. Der Referent hob hervor, dass heute 2-3 Prozent aller Todesfälle laut gut gesicherter wissenschaftlicher Untersuchungen nicht gesetzeskonform ablaufen würden. In Staaten, in denen der Suizid, hier gleichbedeutend mit Sterbehilfe, gesetzlich erlaubt sei, fänden sich dieselben Zahlen.  Aus dieser Tatsache folgerte der Wissenschaftler, dass eine Gesetzesänderung hin zur aktiven Sterbehilfe voraussichtlich keinen Dammbruch bewirken würde. Er selbst befürworte ein solches Vorhaben im Augenblick. Die folgende Diskussion wurde kontrovers geführt. Ein Mediziner hinterfragte kritisch die Bedeutung der Patientenverfügung hinsichtlich der vom Referenten postulierten Patientenautonomie. Ein weiterer Mediziner hob die Fürsorge für suizidale Patienten in der Psychiatrie hervor. Unausgesprochen wandte er sich damit gegen die Abgabe eines tödlich wirkenden Medikaments auf Verlangen. Weitere Teilnehmer vermissten in den Ausführungen des Professors für christliche Ethik eine religiöse Aussage. Dieser warnte davor, allzu schnell Gott ins Spiel zu bringen und so grundlegenden Fragen auszuweichen. Die Frage nach der Anwendung eines Sterbehilfegesetzes  bei Demenz-Patienten wurde gestellt, aber aus Zeitmangel nicht mehr aufgegriffen.

Februar 2006, Pluspunkt berichtet

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27. Januar 2006, Gedenkstunde

Am 27. Januar gedachten etwa 90 Teilnehmer auf der Gedenkstätte Hostert der Opfer des Nazi-Terrors.

Hauptschule Schwalmtal, Rektor Schiffhorst, 2006
Rektor Werner Schiffhorst, Gedenkstätte Waldniel-Hostert, 27. Januar 2006

Neben den Jugendlichen aus der einladenden Hauptschule waren gekommen Bürgermeister Schulz, sein Stellvertreter v.d. Flierdt, weitere Vertreter des Rates, Pastor Dr. W. Kursawa, für die Pfarre St. Mariae Himmelfahrt Pastoralreferent F. Kursawa, Schülerinnen und Schüler der Schule an der Schwalm, des Gymnasiums und der Realschule sowie interessierte Bürger. Schüler der 10C stellten in einer bewegenden Leseszene das Leiden der Behinderten vor Augen, die mit Bussen, auch aus Hostert, Richtung Gaskammer abtransportiert wurden. Schulleiter Schiffhorst mahnte in seiner Ansprache, dass nie wieder die Produktivität eines Menschen seinen Wert, sein Lebensrecht bestimmen dürfe.
Hauptschule Schwalmtal, 2006
Hauptschule Schwalmtal, 27. Januar 2006

Zwei Schülerinnen der 10C legten am Gedenkstein ein Blumengesteck nieder. Das langjährige Vorstandsmitglied der Lebenshilfe Viersen Bessel bat in einem Gebet Gott, den Herrn, um seinen Beistand, dass es den Anwesenden gelingen möge, wachsam und mutig zu sein.

Bessel, Lebenshilfe Viersen, 2006
Bessel, Lebenshilfe für geistig Behinderte Viersen, 2006

3. Januar 2006, Zwangsversteigerung droht

RP Viersen, Grenzland-Kurier, meldet unter der Schlagzeile ?Ende der Luftschloss-Nummer?, dass dem jetzigen Eigentümer der Liegenschaft Hostert, der sogenannten Kent-School, die Zwangsversteigerung drohe. Die Sparkasse Krefeld, einer der Hauptgläubiger, rechne mit einem Versteigerungstermin frühestens im dritten Quartal. Im Jahr 2000 kauften laut RP Irmgard und Ute Gier, Willich, für 1,3 Mill. Mark die Immobilie vom Bundesvermögensamt. Als Eigentümer fungierte dann die Euro 2001 Immobilien GmbH, eine Briefkastenfirma in Düsseldorf, die dem Pferderennsport zugeordnet wird. Trabrennfahrer Heinz Wewering und weitere Verbindungen zum Pferderennsport wurden oft genannt.
2006. RP, Euro 2001 am Ende
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25. Januar 2002, Gedenken an Euthanasie-Opfer

Gedenkfeier, 2002, Bericht der RP
Rheinische Post, Grenzland-Kurier Viersen. Artikel lesen?



10. August 1999, Ruhebank übergeben

1999 stifteten die britischen Streitkräfte eine Ruhebank, die vor dem Gedenkstein ihren Platz fand. Rektor Schiffhorst, Schulleiter der Hauptschule Schwalmtal, und Colonel Steve Owen, Detachment Commander Major, bei der Bankübergabe auf der Gedenkstätte Hostert:

Bankübergabe am 10.8. 1999
Rektor Schiffhorst und Colonel Owen, 1999

1999, Gedenkstätte - ein Spielplatz

Zehn Jahre nach der Einweihung missbrauchten Kinder der Anwohner die Gedenkstätte als Spielplatz.
Gedenkstätte ein Spielplatz, 1999
Der Kissenstein mit der Inschrift ?Den unschuldigen Opfern? wurde 1999 mutwillig zerstört.
Zerstörter Gedenkstein, 1999


8. Oktober 1998,  Pflanzaktion der Hauptschüler

Grenzland-Nachrichten 8.10.98

1. September 1989, Symposion in Mönchengladbach

1989, Symposion i. Mönchengladbach
Vor 50 jahren wurde mit der Ermordung der Geistekranken und der geistig Behinderten begonnen. Stadtpanorama vom 31.8.1989. Artikel lesen?

20. Mai 1989, Oberarzt Dr. Stierl 

Oberarzt Dr. Stierl in RP, 1989
In einer mehrteiligen Serie stellt Dr. Stierl, später Chef in Lüneburg, die Geschichte der Euthanasie, hier in Süchteln und Waldniel,  in der RP, Grenzland-Kurier, dar. Artikel lesen?

28. November 1988, Gedenkstätte eingeweiht

Einweihung, 1988, RP
RP, Grenzland-Kurier Viersen. Artikel lesen?

26. November 1988, Einweihung

Am Samstag, dem 26. November 1988, wurde die ehemalige Anstaltsfriedhof als Gedenkstätte eingeweiht. Der WDR3 berichtete kurz in den Abendnachrichten und brachte in der Weihnachtswoche einen ausführlichen Beitrag. Daraus sind diese Fotos entnommen, die zugleich auch den Zustand der Gedenkstätte vor fast 20 Jahren dokumentieren.  März 1988 wurden der Klasse anonym 50 DM gespendet. Davon kauften die Jugendlichen den Rhodrodendron und pflanzten ihn bei der Feier.
Einweihungsfeier, 1988
Ausschnitte aus drei Ansprachen:  Bürgermeister Jacobs erklärte: ?..... Der Ideologie vom gesunden und schönen Menschen, der Ideologie vom starken Herrenvolk fielen viele der hier Ruhenden zum Opfer. Sie waren krank und behindert, benötigten aufopfernde Pflege und Aufsicht. Sie mussten sterben, weil sie nicht produktiv sein konnten, wie die Führung des deutschen Staates es verlangte. Dort in dem Block neben der Kirche wurden in den Jahren 1942/43 die nicht bildungsfähigen Kinder ermordet. Hier wurden sie begraben wie viele andere Patienten auch, die infolge der bewussten Herabsetzung des Pflegesatzes nur schlecht ernährt werden konnten und schließlich an einfachen Infektionen starben. Darüber hinaus wurden hier aus Hostert viele hundert Patienten deportiert in sogenannte Heil- und Pflegeanstalten, wo sie zu medizinischen Zwecken missbraucht, erschlagen und vergast wurden. Vielen von ihnen wurde nachher die Erdbestattung verweigert, sie wurden verbrannt. Den Angehörigen wurde die Zustellung einer Urne gegen Zustellung verschiedener Genehmigungen und gegen Bezahlung angeboten. Das Gedenken an all diese Gräuel soll diese Gedenkstätte wach halten. Da Waldniel-Hostert die einzige Anstalt im Rheinland ist, an der die Tötung von Patienten nachgewiesen wurde, ist sie an diesem Ort hier besonders geeignet......?  Pfarrer Goedeking mahnte: ?Bibelworte und Gebete hat es bei der Beerdigung der Ermordeten hier gegeben. Aber das Entscheidende fehlte: Der Einsatz für das Leben und die Achtung vor dem Leben und der Schrei des Protestes. Wir würden heute lächerliche Schwätzer sein, wenn wir behaupten würden: Hätten wir damals gelebt, wäre das alles nicht geschehen. Menschen, die leiden, und Menschen, die schwach sind, warten auf ein Zeichen und eine Tat der Glaubwürdigkeit unseres Gedenkens und auch unserer Erschütterung. Sie warten auch auf ein Zeichen der Glaubwürdigkeit dessen, was wir in einer Bevölkerung sagen, die sich weitgehend christlich nennt und wissen sollte, dass in der Heiligen Schrift als der Grundlage unseres Glaubens gesagt wird, dass Gott das, was schwach ist, vor der Welt erwählt hat. An unserem Umgang und unserer Haltung gegenüber den Schwachen entscheiden sich Sinn oder Unsinn unseres Lebens auch heute in einer Welt, in der nur Leistung gilt, in der Gesundheit gilt. In einem Monat werden wir uns alle wieder grüßen mit ?Hauptsache Gesundheit?. Das aber ist die Hauptsache: die Ehrfurcht vor dem Leben. Die Antwort steht aus!?  Der Landesvorsitzende der Lebenshilfe NW Speck sagte: ?.....Wir Älteren unter uns haben diese Zeit mehr oder weniger bewusst erlebt. Wir hörten damals von ?Ballast-Existenzen?. In unseren Rechenbüchern wurde vorgerechnet, wie viel ein behinderter Mensch in seinem Leben der Volksgemeinschaft kostet, wie viel es kostet, ihn am Leben zu erhalten. Das war keine Volksgemeinschaft. Das war brutaler Rassenwahn, was damals zum Ausdruck kam. Und so sollte ich hier an diesen Gräbern bekennen, dass ich damals gleichgültig war, dass ich schwach war, dass ich Angst hatte. Wir haben damals gedacht: ?Nun ja, es betrifft uns ja nicht. Das ist ja alles so ganz weit weg.? Und hier in Hostert müssen wir erkennen, dass das Grauenvolle in unserer unmittelbaren Nähe geschehen konnte, nämlich dass unschuldigen Kindern, unschuldigen Menschen verwehrt wurde zu leben. Um unser selbst willen dürfen wir das nicht vergessen. Ich spreche hier für die Lebenshilfe für geistig Behinderte in Nordrhein-Westfalen. .... Natürlich wissen wir um Mühsal und Frust auf dem Wege zu einer unvoreingenommenen Gesellschaft, aber wir müssen Acht geben, wir müssen warnen vor den falschen Wohltätern, die heute Sterbehilfe propagieren und die morgen eine Auslese der Menschheit durch manipulierte Gene erreichen wollen. Jeden, der Geborenen und Ungeborenen das Lebensrecht vorenthalten will, wollen wir fragen, was er denn selbst für ein Recht auf Leben hat. Es kann auch ihm abgesprochen werden. Wir dürfen nichts vergessen. ..... Wir gehen in der Hoffnung von hier, dass das Recht auf Leben und Menschenwürde unteilbar ist.?

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